Projekt

Schlosspark Thurnau

Erstellung eines Parkentwicklungskonzepts

Auftraggeber
Marktgemeinde Thurnau

Bearbeitung
läuft seit 2020

Der Thurnauer Schlosspark entstand ab 1588 durch Graf Hans Georg von Giech und erhielt zusammen mit dem Bau des Teehauses seine letzte gestalterische Überformung im Sinne des Landschaftsgartens in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, dokumentiert durch die Uraufnahme von 1851 (1).
Markant und überregional bekannt wurde der Schlosspark durch seine Mailbahn, welche fast durch den gesamten unteren Parkteil verläuft. Diese Bahn samt beidseitiger Lindenreihen wurde für das damals populäre Baille-Maille-Spiel angelegt. Dieses Spiel war in der Renaissance und im Barock ein beliebtes Freizeitvergnügen des europäischen Adels. Dabei musste eine Kugel mit möglichst wenig Schlägen entlang der Bahn ins Ziel getrieben werden.
Im Süden befand sich seit Mitte des 19. Jhs. ein landschaftlich gestalteter Bereich in Form eines Pleasuregrounds mit Teehaus, Fontänenbecken und aufwendig gestalteten Blumenbeeten (2).
Der Obere Teil des historischen Parks, der sogenannte Koppengarten, war nach französischem Stil angelegt und beherbergte einst eine stattliche Orangerie, ist jedoch mittlerweile vollkommen verschwunden.
Einen gravierenden Einschnitt erlebte der Thurnauer Schlosspark im Jahr 1968, als ein verheerendes Unwetter die altehrwürdige Lindenallee der Mailbahn vollständig zerstörte. Seither ist der Park aus Sicherheitsgründen für die Öffentlichekeit gesperrt. Teehaus (3) und weitere Bauten verfiehlen zusehends.
Überlegungen, den Park wieder der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, kamen auf, als sich der Gemeinde die Möglichkeit bot, das bis dahin in Privatbesitz befindliche Grundstück zu erwerben.
Aufgrund der jahrzehntelangen Sperrung des Parks konnte sich auf dem Areal die Natur ungehindert entfalten. Deshalb spielen neben den denkmalpflegerischen Gesichtspunkten auch Fragen des Naturschutzes eine wichtige Rolle. Die Bearbeitung der naturschutzfachlichen Themen erfolgte durch das Büro OPUS, Bayreuth.